Allgemeine Informationen zum Export nach Georgien

Allgemeine Informationen zum Export nach Georgien
Georgien ist Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) und verfügt generell über ein übersichtliches, liberales und einfaches Einfuhrzollverfahren. Im Jahr 2011 hat Georgien – im Rahmen der Vorverhandlungen für ein vertieftes Freihandelsabkommen (DCFTA) mit der EU – begonnen, die Gesetzgebung an europäische Standards anzupassen.
Abgesehen von der Meistbegünstigung im Handel mit anderen WTO-Mitgliedstaaten profitiert Georgien zudem von Zollvorteilen im Rahmen desAllgemeinen Präferenzsystems – APS mit den USA, Kanada, der Schweiz, Japan und Norwegen. Dieser Status erlaubt eine zollfreie Einfuhr aus der Republik in die EU (und Türkei) für nahezu 7200 Produkte.
Nach der Einführung des ASYCUDA-Systems 2011 unterliegen 85 Prozent aller Waren einer Zollanmeldung ohne deren physische Kontrolle. Erste Zollkontrollen finden an der Grenze zu Georgien statt, und Gestellung der Waren erfolgt an den dafür vorgesehenen Kontrollstellen. Die Frachtführer müssen Begleitdokumente mitführen, wie Fracht- und Versandpapiere, kommerzielle Dokumente und, falls notwendig, Lizenzen, Genehmigungen und Zertifikate. Einen umfassenden Überblick über die Einfuhr nach Georgien gibt das Merkblatt über gewerbliche Einfuhr der Germany Trade and Invest (online beziehbar über Datenbankrecherche / Länder und Märkte, Preis 5,-Euro).
Notwendige Dokumente
Dokumente, die beim Passieren der Grenze vorzulegen sind:
Bei Fahrzeugtransport: Frachtbrief oder TIR Carnet (Zollbegleitschein), wenn der nicht erhältlich ist: Kopie des Fahrzeugscheins
Bei Seeverkehr: Seefrachtbrief
Bei Luftweg: Luftfrachtbrief
Schienenverkehr: Eisenbahnfrachtbrief
Kaufbelege (Beleg des Kaufvertrags, Rechnung, andere finanzielle Dokumente)
Falls notwendig sollten zusätzlich Führerschein/Erlaubnis/Bescheinigung vorgelegt werden.
Dokumente, die bei der Abrechnung der Güter vorzulegen sind:
Rechnung
Frachtbrief
Falls notwendig, zusätzlich Führerschein/Erlaubnis/Bescheinigung vorlegen
Zollsätze
Es gibt drei ad-valorem Zollsätze: 0%, 5% und 12%. Die Liste mit den HS-Warenkennummern mit 12 % Einfuhrzoll finden Sie hier. Zu genehmigungspflichtigen nicht-tarifgebunden Importbeschränkungen (Waffen, Abfall, Nuklearmaterial etc.) finden Sie hier mehr Informationen. Informationen zu zu Einfuhrlizenzen und Erlaubnissen finden Sie hier. Bei Importen wird generell eine UST von derzeit 18 % erhoben plus ggf. Verbrauchssteuern. Die Einfuhrzollsätze erhalten Sie hier (Quelle: www.wto.org, Stand 18.03.13).
Einfuhren/Einreise über Abchasien und Südossetien sind generell nicht möglich. Manche Firmen haben die exklusiven Rechte, bestimmte Marken nach Georgien einzuführen.
Eine Zollauskunft erhalten Sie bei der DWV: info(at)georgien.ahk.de
Bestimmte georgische Importeure, die sich als zuverlässig für den Staat erwiesen haben, können eine vereinfachte Verzollung beantragen. Autorisierte Importeure bzw. zugelassene Wirtschaftsbeteiligte haben in Georgien die Möglichkeit, in die so genannte „Goldene Liste“ aufgenommen zu werden. Sie sind dann berechtigt, vereinfachte Zollprozeduren und längere Zahlungsfristen in Anspruch zu nehmen.
Vorübergehende Einfuhr
Dieses Zollverfahren erlaubt die vorübergehende Einfuhr von Waren nach Georgien mit voller oder teilweiser Befreiung von Importabgaben und ohne Anwendung von handelspolitischen Maßnahmen. Außer der Zollerklärung zum Verfahren der vorübergehenden Einfuhr sind folgende Dokumente vorzulegen:
Fracht- und Versanddokumente,
Zulassungsschein (bei der Einfuhr mit dem Fahrzeug im Besitz einer ausländischen Person),
Rechnung oder andere kommerzielle Dokumente
In Fällen der vorübergehenden Einfuhr von Waren als Diplomaten- und Konsulargut wird eine vereinfachte, im Reisegepäck – eine Zollerklärung im Reiseverkehr benötigt.
Falls die Waren teilweise von den Einfuhrabgaben befreit sind, sind für jeden angefangenen Verwendungsmonat drei Prozent der Einfuhrabgaben, die beim Import entstanden wären, zu entrichten.
Die Mehrwertsteuer beträgt 0,54% der Bemessungsgrundlage je ganzen bzw. angefangenen Monat. Der addierte Steuerbetrag während der Gesamtdauer der vorübergehenden Einfuhr darf dabei 18% des zu versteuernden Warenwertes nicht übersteigen. Die zu entrichteten Abgaben sind spätestens an jedem 15. Tag des Folgemonats zu zahlen. Der Deklarant darf den vollen Betrag auf einmal begleichen.
Das Verfahren der vorübergehenden Einfuhr ist grundsätzlich auf maximal drei Jahren befristet. Die Waren müssen nach Ablauf der festgesetzten Frist in einem unveränderten Zustand wieder ausgeführt werden. Die Maßnahmen, die dem Erhalt der Waren dienen (kleine Reparaturen, Wartung und Instandhaltung) sind zulässig.
Das Nutzungsrecht an vorübergehend eingeführten Waren kann nur mit Genehmigung der Zollverwaltung und des Eigentümers übertragen werden.
Auf der Webseite des Finanzamts finden Sie ebenfalls Informationen dazu >
Quelle: GTAI Zoll Spezial
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