Euler Hermes Studie „Baumärkte in Deutschland“: Regen oder Sonnenschein?

· Baumärkte mit über 18 Milliarden Euro Umsatz nach Lebensmittel- und Textilhandel drittgrößtes
Konsumgütersegment Deutschlands1
· Deutschland mit rund 2.200 Baumärkten weiterhin Europas größter Markt für Bau- und Heimwerkerbedarf;
Profitmargen gering und Markt auch weiter hart umkämpft
· Zulieferer kämpfen 2014 weiter mit Folgen der Praktiker Insolvenz, vor allem regionale kleine und
mittelständische Unternehmen wären von weiterer Insolvenz in der Branche besonders stark betroffen
· Gemischte Aussichten für 2014: Branchenumsätze durch fehlende Praktiker-Einnahmen rückläufig,
verbliebene Baumärkte profitieren von Aufschwung der Gesamtwirtschaft, zweistelliger Zuwachs
im 1. Quartal 2014
Hamburg, 7. Mai 2014 – Der nasskalte Frühling hat Deutschlands Baumärkten die Ernte im Jahr 2013
verhagelt – folgt nun in 2014 auf Regen wieder Sonnenschein?
Im vergangenen Jahr bescherte allein der verregnete März einen Umsatzeinbruch von über 23%. Für
Praktiker/Max Bahr, die ehemals zweitgrößte Baummarktkette im deutschen Markt, führte der Weg sogar
in die Insolvenz. Insgesamt brach der Gesamtbruttoumsatz der Bau- und Heimwerkermärkte 2013 im
Vergleich zum Vorjahr nominal um 2,9% ein. Mit über € 18 Milliarden Umsatz ist das Segment der Baumärkte
jedoch weiterhin das drittgrößte in der Konsumgüterbranche in Deutschland.
Das Frühlingswetter im Jahr 2014 mit dem vielerorts wärmsten März seit 20 Jahren spielt den rund 2.200
deutschen Heimwerkermärkten in diesem Jahr bisher in die Hände. Dennoch ist die Großwetterlage in der
Branche gemischt, wie Euler Hermes in seiner jüngsten Baumarkt-Studie feststellt:
Aprilwetter für deutsche Baumärkte: Heiter bis wolkig mit einzelnen Schauern
„Bei Deutschlands Baumärkten herrscht weiterhin ein starker Wettbewerb und in der Folge ein hoher Margendruck“,
sagte Thomas Krings, Risikovorstand bei Euler Hermes. „Vor allem die Zulieferer müssen im
Jahr 2014 erst einmal die Folgen der Praktiker-Insolvenz überstehen. Die Verunsicherung nach dem Aus
des Branchenriesen ist anhaltend hoch und die dadurch fehlenden Umsätze können im Gesamtjahr voraussichtlich
nicht vollständig kompensiert werden.“
„Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen in der Branche“, ergänzte Krings. „Zahlreiche Märkte wurden
inzwischen von Wettbewerbern übernommen und eröffnen in den kommenden Monaten unter neuer Flagge.
Deshalb generieren sie erst in der zweiten Jahreshälfte Umsatz. Die verbliebenen Baumärkte dürften
dadurch ihre Umsätze insgesamt um rund drei Prozent steigern. Die Verbesserung des bundesweiten
Wirtschaftsklimas sowie ein zuletzt wieder merklicher Anstieg der Bauvorhaben dürften den erwarteten
Aufwärtstrend weiter stützen. Für weitere Insolvenzen gibt es derzeit keine Anzeichen. Erste Erhebungen
deuten im ersten Quartal 2014 auf ein deutliches Marktwachstum mit einem zweistelligen Plus hin.“
Zulieferer im Garten- und Pflanzenbedarf besonders stark von Baumärkten abhängig
Insbesondere Lieferanten für Garten- und Pflanzenbedarf sind von Baumärkten stark abhängig: 21% des
Gesamtumsatzes in Heimwerkermärkten entfallen auf diese sowieso schon stark witterungsabhängige
Branche, gefolgt von Ergänzungsbedarf (14%), Innendeko (13%), Sanitär (9%) und Baustoffe (9%).
Risiko variiert: Absolute Anzahl der Baumärkte in NRW, Bayern und Niedersachsen am höchsten
Auch regional variiert das Risiko für die Zulieferfirmen erheblich. Nordrhein-Westfalen liegt mit 451 Baumärkten
an der Spitze, gefolgt von Bayern (360), Niedersachsen (275) und Baden-Württemberg (250).
Wegen der zum Teil regionalen Versorgungsketten wären kleine und mittlere Unternehmen in diesen Regionen
von weiteren Großinsolvenzen besonders stark betroffen. Die größte Versorgungsdichte, gemessen
an der Anzahl von Einwohnern pro Baumarkt findet sich in den ostdeutschen Bundesländern. In den
Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie dem Saarland kommen besonders viele Einwohner auf
jeden Baumarkt.
1Die gesamte Euler Hermes Studie finden Sie hier:
http://www.eulerhermes.de/mediacenter/Lists/mediacenter-documents/euler-hermes-branchen-reportbaumaerkte-
deutschland.pdf

 
 

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